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Thread: Aufgrund von Amazon Vertragsbedingungen kein Kleingewerbe möglich?


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Permlink Replies: 21 - Pages: 2 [ 1 2 | Next ] - Last Post: Dec 9, 2017 1:47 PM Last Post By: Dorit Kostall Threads: [ Previous | Next ]
Christine Reiser

Posts: 10
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Aufgrund von Amazon Vertragsbedingungen kein Kleingewerbe möglich?
Posted: Dec 7, 2017 7:19 AM
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Hallo zusammen,

ich hatte eben ein Telefonat mit dem Finanzamt, das behauptet, dass man die Kleingewerberegelung nicht in Anspruch nehmen kann, weil man in Sachen Steuern alles an Amazon abtritt.
Zumindest verstehe ich auch das so im Vertrag unter 5.4.8 Steuern

Ich bin jetzt total frustriert, weil das heißen würde, dass jeder 1€ Gewinn voll besteuert wird. Auch wenn ich momentan von einem Gewinn nur träumen kann.

Ich würde nun gerne wissen wie ihr eure Tantiemen besteuert und ob das ganze bei euch doch über die Kleingewerberegelung läuft.
Ich wäre euch echt dankbar für eure Rückmeldung.

Eure
Christine Reiser

Edited by: Christine Reiser on Dec 7, 2017 7:20 AM
barbarafreisbach

Posts: 126
Registered: 20.12.11
Re: Aufgrund von Amazon Vertragsbedingungen kein Kleingewerbe möglich?
Posted: Dec 7, 2017 8:15 AM   in response to: Christine Reiser in response to: Christine Reiser
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Hallo Christine,
mit Kleingewerberegelung meinst Du bestimmt die Kleinunternehmerregelung. Und die betrifft nur die Umsatzsteuer - Einkommensteuer muss trotzdem gezahlt werden:
Ein Kleinunternehmer braucht keine Umsatzsteuer ans Finanzamt abzuführen, weil er auf seine Rechnungsbeträge erst gar keine Umsatzsteuer draufschlagen muss. Er stellt seinen Kunden eine Netto-Rechnung. Nachteil für den Kleinunternehmer: er hat keine Möglichkeit, bei eigenen Einkäufen, z.B. Büromaterial oder Dienstleistungen, die in den Rechnungen enthaltene Vorsteuer mit seiner eigenen Umsatzsteuerschuld zu verrechnen. Er zahlt den vollen Bruttobetrag.

Was das jetzt mit Amazon zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht ganz. Denn im Punkt 5.4.8. steht:
"... Sie sind verantwortlich für Einkommens- oder sonstige Steuern, die aufgrund von Zahlungen von einer Amazon-Partei an Sie gemäß diesem Vertrag fällig und zahlbar sind. ..."
Mit "Sie" bist in dem Fall Du gemeint. DU bist verantwortlich für Deine Einkommensteuer. Wenn Amazon an Dich Dein Honorar auszahlt, musst Du Dich um Deine Einkommensteuer-Erklärung selber kümmern.
Wie hoch die Einkommensteuer dann am Ende ausfällt, hängt von Deinen Gesamteinkünften ab. Unter Umständen wird also jeder zusätzlich eingenommene Euro versteuert.

LG,
Barbara
juergen13716

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Registered: 02.11.11
Re: Aufgrund von Amazon Vertragsbedingungen kein Kleingewerbe möglich?
Posted: Dec 7, 2017 8:36 AM   in response to: barbarafreisbach in response to: barbarafreisbach
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Ja, so ist das. Man ist zwar von der Umsatzsteuer befreit, aber man muss seine Einnahmen selbstverständlich auch als Kleingewerbetreibender versteuern.

siehe: www.kleingewerbe.de

Kleingewerbetreibende, deren Jahresumsatz (= Summe der umsatzsteuerpflichtigen Betriebseinnahmen) 17.500 Euro pro Jahr nicht übersteigt, gelten als Kleinunternehmer. Umsatzsteuer, Gewerbesteuer oder andere Unternehmenssteuern müssen sie nicht zahlen. Auf ihre „Einkünfte aus Gewerbebetrieb“ zahlen sie gemäß § 15 EStG Einkommensteuer. Grundlage ist die jährliche (private) Einkommensteuererklärung, wie sie auch von Arbeitnehmern eingereicht wird.

Wie Barbara auch richtig schreibt, kann man nur nichts gegenrechen (Büromaterial etc.)
Christine Reiser

Posts: 10
Registered: 31.10.17
Re: Aufgrund von Amazon Vertragsbedingungen kein Kleingewerbe möglich?
Posted: Dec 7, 2017 11:52 AM   in response to: Christine Reiser in response to: Christine Reiser
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Danke für die Antworten:

unter 5.4.8 steht:
Die Amazon-Parteien (oder ihre verbundenen Unternehmen) sind für das Einziehen und Abführen von sämtlichen Steuern, die auf die jeweiligen Verkäufe von digitalen Büchern an Kunden erhoben werden, verantwortlich.

Daran hängt sich das Finanzamt auf. Ich würde gerne die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen, aber weil man dies an Amazon abtritt geht das wohl nicht. Amazon ist für das Abführen der Umsatzsteuer verantwortlich.

Das Einkommenssteuern meine Belange sind und ich mich darum kümmern muss, ist klar. Der Hacken ist nämlich, dass dann jeder Gewinn mit dem Steuersatz von meinem Mann (und der ist nicht gering) versteuert wird, wenn die Kleinunternehmerregelung nicht greift.
Das man dann keine Kosten ansetzen darf, finde ich dann weniger schlimm, weil in der Regel die Kosten weniger werden dürften.
Michael Peroutka

Posts: 519
Registered: 13.06.13
Re: Aufgrund von Amazon Vertragsbedingungen kein Kleingewerbe möglich?
Posted: Dec 7, 2017 10:53 PM   in response to: Christine Reiser in response to: Christine Reiser
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Hallo,

wo liegt denn wirklich das Problem?

Nehmen wir mal einen fiktiven Steuerzahler, der ein Jahresbrutto von 40.000€ brutto hat. Dann zahlt er ganz normal seine Steuern.
Wenn er/sie sich jetzt überlegt zusätzlich über Amazon Bücher zu verkaufen passiert folgendes:

Jahresbrutto + Tantiemen = neues zu versteuerndes Einkommen

Das bedeutet aber nicht zwingend das hierauf große Steuerzahlungen erfolgen müssen.

EÜR In der Regel macht man als Privatperson (Autor) eine EÜR (Autor im Hauptberuf sieht anders aus - aber den betrachten wir hier mal nicht).
Die Einnahme-Überschuss Rechnung enthält alle Einnahmen und Ausgaben im Rahmen der Tätigkeit als Autor. Das bedeutet Du trägst da 4-5 Zahlen im Jahr ein.

a)
Einnahme und pauschal 20% der Einnahmen als Kosten (bis max. 620 Euro) - das ist der Fall wenn man nicht viel gegenrechnen kann/will

Beispiel: 600.- Einnahme im Jahr - davon 20% pauschal = 120.- // Steuer relevant = 480 Euro (600 minus 120)

b)
Einnahme und Kosten einzeln aufgeführt (Arbeitszimmer, 20% von Telefon/Internet pauschal, Cover und Korrektorat/Lektorat, evtl. neuer Laptop/Monitor o.ä.).

Beispiel: 4.500.- Einnahme, Arbeitszimmer 1250.- / Telefon/Intern. 100.- / 500.- für Korrektorat/Lektorat / 400.- neuer Laptop )

Kosten Gesamt: 2250 Euro // Steuer relevant = 2.250 Euro (4.500 minus 2.250)

Somit kann man auch Kosten der Tätigkeit absetzen/gegenrechnen und seine Steuerlast mindern.

Ja, insgesamt muss man Steuern auf seine Einnahmen zahlen. Aber bei welcher Tätigkeit muss man das nicht? (in der man auch mal 400-500 € mtl. nebenher verdient).
Bücher/Ratgeber schreiben ist kein Steuervermeidungsmodell ;)

Wer viel verdient kann evtl. viel gegenrechnen (weil er evtl. auch Kosten hatte). Wer wenig verdient kann evtl. nur pauschal gegenrechnen.
Wer viel verdient und wenig Ausgaben hatte muss eben mehr Steuern zahlen, sorry... :)

Grüße,
mp

barbarafreisbach

Posts: 126
Registered: 20.12.11
Re: Aufgrund von Amazon Vertragsbedingungen kein Kleingewerbe möglich?
Posted: Dec 7, 2017 11:26 PM   in response to: Christine Reiser in response to: Christine Reiser
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Hallo Christine,

wenn Du mit Deinem Mann zusammen veranlagt bist, geht bei der Einkommensteuer alles in einen Topf. Jeder einzelne Euro, den Du zum gemeinsamen Einkommen beiträgst, wird dann mit dem Einkommen Deines Mannes in einem Betrag versteuert. Das ist so.
Du kämst da nur heraus, wenn ihr euch getrennt veranlagen lasst - welche Folgen das für Deinen Mann und dessen Steuersatz dann hätte und ob sich das am Ende lohnt, müsstet ihr prüfen. Der Grundfreibetrag, bis zu dem keine Einkommensteuer fällig wird, betrug 2016, wenn ich richtig recherchiert habe, 8.652 € jährlich.

Aber nochmal: Mit der Kleinunternehmerregelung hat das nichts zu tun! Die betrifft nur die Umsatzsteuer. Und Unternehmer im Sinne des Umsatzsteuergesetzes bist nur Du (nicht Dein Mann): Du als Selbständige oder Gewerbetreibende, mit Deiner schreibenden Tätigkeit. Umsatzsteuerpflichtig wirst Du, wenn Du im ersten Jahr mehr als 17.500 Euro verdienst. Recherchiere das mal in Ruhe, es gibt im Internet eine Fülle von Informationen.

Nächster Punkt: Die Tatsache, dass Amazon die Umsatzsteuer für die verkauften E-Books abführt, ist ganz normal: Amazon hat als Händler den vollen Verkaufspreis vom Kunden erhalten und führt die enthaltenen 19 % Umsatzsteuer ans Finanzamt ab.
Die Besonderheit, dass wir (wenn wir in Deutschland umsatzsteuerpflichtig sind) nicht auch noch Umsatzsteuer auf unsere Einkünfte (=Tantiemen aus dem E-Book-Verkauf) zahlen müssen, liegt daran, dass Amazon Deutschland seinen Sitz in Luxemburg hat. Hier greift das sogenannte Reverse charge-Verfahren (eine Sonderregelung im Umsatzsteuerrecht im EU-Binnenhandel). Wir liefern unsere E-Books an einen Server über die Grenze, von dort werden sie verkauft.

Hätte Amazon Deutschland seinen Sitz in Deutschland, würden wir (sofern wir umsatzsteuerpflichtig sind) unsere Rechnungen AN Amazon MIT Umsatzsteuer stellen, und Amazon könnte die Umsatzsteuer als Vorsteuer von der eigenen Umsatzsteuerschuld abziehen. Am Handel zwischen Amazon und dem Endkunden würde sich aber nichts ändern.

LG,
Barbara
juergen13716

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Registered: 02.11.11
Re: Aufgrund von Amazon Vertragsbedingungen kein Kleingewerbe möglich?
Posted: Dec 8, 2017 1:38 AM   in response to: barbarafreisbach in response to: barbarafreisbach
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Und wie Michael und Barbara bereits schrieben, muss man ja nicht ab dem ersten Euro alles versteuern. Es gibt Freibeträge, die hat jeder.
Dorit Kostall

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Registered: 02.11.12
Re: Aufgrund von Amazon Vertragsbedingungen kein Kleingewerbe möglich?
Posted: Dec 8, 2017 6:43 AM   in response to: Christine Reiser in response to: Christine Reiser
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Die Tantiemen haben überhaupt nichts mit der Kleingewerberegelung zu tun. Jedenfalls nicht bei meinem Finanzamt. Denn die Tantiemen erziele ich im Rahmen einer freiberuflichen Tätigkeit als Autorin. Und dort setze ich selbstverständlich ALLE Kosten dagegen. Das fängt beim Lektorat an, geht über Cover und Grafiker, bis hin zu Eintrittskarten für Buchmessen, Kosten für Weiterbildungen etc. So ganz ist mir das Problem nicht klar, denn eine Autorentätigkeit ist niemals gewerblich. Das wird es erst, wenn du über einen eigenen Shop deine Bücher verkaufst. Denn auch die Einnahmen aus Lesungen fallen noch unter Honorar aus freiberuflicher Tätigkeit. Ich würde also deinem FA zunächst empfehlen, seine Hausaufgaben zu machen.

VG, Dorit
leszinski bettina

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Registered: 06.10.13
Re: Aufgrund von Amazon Vertragsbedingungen kein Kleingewerbe möglich?
Posted: Dec 8, 2017 9:52 AM   in response to: Christine Reiser in response to: Christine Reiser
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Hallo Christine, also bei Einzelpersonen sind vorweg erstmal Einnahmen 8820,- Euro jährlich steuerfrei. Andere Einkommen werde aber zu deinen Einnahmen bei Amazon hinzugerechnet. Hast du einen Hauptberuf, sind Nebeneinkünfte bis 410 Euro steuerfrei. Betriebskosten können durch Rechnungen belegt und in Abzug gebracht werden oder pauschal, die Höhe richtet sich danach ob die Autorentätigkeit nebenberuflich oder hauptberuflich ist.
Christine Reiser

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Registered: 31.10.17
Re: Aufgrund von Amazon Vertragsbedingungen kein Kleingewerbe möglich?
Posted: Dec 9, 2017 4:00 AM   in response to: Christine Reiser in response to: Christine Reiser
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Hallo zusammen,

entschuldigt, dass ich das sage, aber die Meisten haben es überhaupt nicht verstanden worum es geht.

Das Einkommen versteuert werden muss, darüber müssen wir nicht diskutieren.
Es geht mir rein nur um die Umsatzsteuer. Mit der ich am besten nichts zu tun haben möchte.
Deshalb würde ich am besten die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen. Aber da die Bücher bei Amazon mit Umsatzsteuer angeboten werden, was man ja als Kleinunternehmer nicht darf, dürfte ich laut Finanzamt die Kleinunternehmerregelung nicht in Anspruch nehmen.
Zumindest habe ich das so verstanden. Und nach etwas Recherche ist das erst recht nicht möglich wenn das über die Landesgrenzen geht, was es ja bei Amazon tut.
Ich glaube aber dass es bei Amazon auch nicht anders geht wie mit Kleinunternehmerregelung. Weil ich bisher auch nirgends was gefunden habe wo die Umsatzsteuer aufgelistet wird.
Angenommen ich würde auch die Kleinunternehmerregelung verzichten, müsste ich ja die Umsatzsteuer von Amazon eintreiben und diese ans Finanzamt weiterleiten?!!?

Deshalb fange ich jetzt mal von vorne an. Wie macht ihr das?
Ich bin nicht hauptberuflich tätig und sah das schreiben erst nur als Hobby oder wie das Finanzamt dazu sagt: Liebhaberei.
Nutzt ihr trotzdem die Kleinunternehmerregelung und funktioniert das bzgl. dem Finanzamt?

Danke und Grüße
Christine

Dorit Kostall

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Re: Aufgrund von Amazon Vertragsbedingungen kein Kleingewerbe möglich?
Posted: Dec 9, 2017 4:29 AM   in response to: Christine Reiser in response to: Christine Reiser
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Dann schreibe ich es eben nochmal, auch wenn sich nichts ändert.
Auch ich schreibe nur nebenberuflich. Ich nutze keine Kleinunternehmerregelung. Ich führe keine Umsatzsteuer irgendwo ab, ein oder weg. Ich erstelle eine Einnahmen/Ausgaben- Übersicht, sprich Tantiemen und Honorare gegen Kosten. Fertig. Wirklich. Mehr nicht. Das funktioniert seit inzwischen 8 Jahren so und ganz ehrlich, ....ich verstehe dein Problem nicht.
Christine Reiser

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Re: Aufgrund von Amazon Vertragsbedingungen kein Kleingewerbe möglich?
Posted: Dec 9, 2017 4:41 AM   in response to: Dorit Kostall in response to: Dorit Kostall
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und du musstest bisher keine Umsatzsteuer ans Finanzamt abführen?

hast du auch schon außerhalb von Amazon Bücher verkauft? und wie ist das dann mit der Rechnungen? Da du keine Kleinunternehmerregelung hast, müsstest du ja eine Rechnung mit MwSt ausweisen
juergen13716

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Re: Aufgrund von Amazon Vertragsbedingungen kein Kleingewerbe möglich?
Posted: Dec 9, 2017 6:25 AM   in response to: Christine Reiser in response to: Christine Reiser
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Nun ja, als Außenstehender denke ich, ist das so.

Als Kleinunternehmer braucht man ja keine Mehrwertsteuer in Rechnung zu stellen. Bei E-Books via Amazon fällt sie aber an. Also zahlt man - gezwungenermaßen - MWST. Nun kann man andere Rechnungen auch nicht mehr ohne MWST erstellen, da man sie in diesem Fall ja in Anspruch genommen hat (wenn auch unfreiwillig). Also liegt das Finanzamt mit seiner Interpretation nicht daneben.

Als die Kleinunternehmenregelung entwickelt wurde, dachte eben niemand an E-Books via Amazon. Das ist fatal und ärgerlich.
Dorit Kostall

Posts: 455
Registered: 02.11.12
Re: Aufgrund von Amazon Vertragsbedingungen kein Kleingewerbe möglich?
Posted: Dec 9, 2017 6:27 AM   in response to: Christine Reiser in response to: Christine Reiser
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Nein, ich muss keine Umsatzsteuer abführen, das tut doch Amazon schon. Das gilt auch für Bücher, die ich anderswo verkaufe, also bei Tolino etc.

Ja, wenn ich eigene Rechnungen schreibe, z.b. für Veranstalter, dann weise ich dort die Mwst aus. Warum auch nicht? Das eine hat doch mit dem anderen nichts zu tun. Vielleicht wird dir die Sache deutlicher, wenn du dir nochmal vor Augen führst, dass du als Autorin kein Gewerbe betreibst, sondern freiberuflich tätig bist. Nicht mehr und nicht weniger. Oder noch anders gesagt, was du versteuern musst, sind ja nicht deine verkauften Bücher, sondern Tantiemen. Das ist der Unterschied.
Martin Jakubowski

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Registered: 31.10.13
Re: Aufgrund von Amazon Vertragsbedingungen kein Kleingewerbe möglich?
Posted: Dec 9, 2017 8:59 AM   in response to: Dorit Kostall in response to: Dorit Kostall
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Ich finde hier trudeln zu viele Begriffe unsortiert durcheinander.

1. Kleingewerbe ist ein Begriff für Gewerbetreibende. Beispiel Kioskbesitzer oder Versicherungsvertreter. Als Autor bis du so etwas nicht.

2. Kleinunternehmer ist ein Unternehmer, der keine Mehrwertsteuer einbehalten darf. Folglich erscheint sie nicht auf seinen Rechnungen. Erstellt nur Bruttrechnungen.

3. Freiberufler sind Menschen die ihren Beruf als Unternehmer ausführen, aber kein Gewerbe betreiben. Autoren, Künstler, Rechtsanwält, Ärzte oder auch selbständige Paketfahrer. Die Freiberufler betreiben keinen An- und Verkauf, jedenfalls nicht primär. Ob Freiberufler unter das Gesetz für Kleinunternehmer fallen, liegt am Umsatz.

Und was hat das alles mit der Frage zu tun? Nichts. Amazon kassiert die Mehrwertsteuer vom jeweiligen Kunden und gibt sie an das Finanzamt weiter. Folglich haben wir mit der Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) nix am Hut. Diese Arbeit hat uns Amazon abgenommen.

Kurz: Nur wer Umsatzsteuer kassiert, muss diese auch an das Finanzamt abführen. Die Einkommenssteuer hat damit natürlich nichts zu tun.
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